Der Telekom Skandal
Es reicht langsam!
10.06.2008 (von Jürgen Blumenkamp) Der Telekom-Skandal vom Mai 2008 - es reicht jetzt, ich kündige. Oder; die Datensammelwut mancher deutscher Unternehmungen. Es geht um Bespitzelungen, Detektive, und um die Sicherheitsabteilung der deutschen Telekom AG, die aus der ehemaligen Post im Rahmen der Privatisierung entstanden ist, und Ihren Sitz in Bonn hat. Das alles ist viele Jahre her. Das Unternehmen betreibt technische Netze für Daten, Sprache, Multimedia, und beschäftigt aktuell ca. 250.000 Mitarbeiter weltweit, der Umsatz lag 2007 ca. im Bereich von 60 Milliarden Euro. Sie ist außerdem einer der wichtigsten Betreiber von Rundfunksendern in Deutschland. Zudem sind einige Rundfunksendeanlagen in den neuen Bundesländern im Eigentum der Deutschen Telekom AG.
Herr Lehrer, ich weiss was...
Spitzel gab es immer schon, und die wird es wohl auch immer geben. Bei vielen Firmen scheint so was "ganz normal" zu sein. "Herr Lehrer, ich weiß was....." Das lernt man doch schon in der Schule - allerdings als Negativbeispiel. Und die Telekom, die "deutsche Telekom" hat es auch so gemacht - und ist dabei aufgeflogen. Doch ist hier wirklich unrechtes geschehen? Die Bundesregierung - allen voran Dr. Wolfgang Schäuble, seines Zeichens Bundesinnenminister, damit auch für die Sicherheit zuständig - propagiert sehr stark, das der deutsche Staat auf seine Daten und Bürger gut aufpassen muss.
Es begann schon vor vielen vielen Jahren!
Doch worüber sich die deutsche Nation momentan wundert, dass begann schon vor vielen Jahren, als angeblich Journalisten beschattet wurden, nur um an Informationen - welcher Art auch immer - zu gelangen. Freilich hat die Telekom genügend technische Möglichkeiten, derartiges (unauffällig) durchzuführen. Doch noch sind nicht alle Vorwürfe bewiesen. Offenbar gab es aber auch interne Lecks, undichte Stellen. Denn so sollen interne Gespräche immer wieder in die Öffentlichkeit geraten sein. Freilich sind das keine gute Nachrichten für Vorstandsmitglieder. Und was ist nun passiert? Jetzt plötzlich verlangt Dr. Schäuble von der IT Branche eine "Selbstverpflichtung" zur Einhaltung des Datenschutzes.....
Hohe kriminelle Energie
So neu und verwunderlich ist das Ganze sicherlich nicht. Wirtschaftliche Affären und Skandale gab es immer schon und wird es weiterhin geben (Heros Geldtransportskandal, Radsportdopingskandal, der VW Skandal, der Siemens Skandal, sowie andere Skandale und Spitzelaffairen in anderen Betrieben, z.B. der Lebensmittelbranche). Offenbar ist das alles nicht einfach nur "Skandal" sondern "Normal". Offenbar tun sich in der Telekom Affäre Abgründe auf. Stimmt es wirklich, dass Bankdaten und sogar "Bewegungsprofile" ausgeforscht bzw. erstellt wurden? Wenn ja, ist dies vermutlich kriminell, da verboten. Was ist mit Anstand und Moral? Wie reagieren derartige IT Kreise auf solche Worte? Nun, vermutlich mit einem müden Lächeln - und mit einem Axelzucken.
Bewegungsabläufe
Doch ist das wirklich so schlimm, das hier Bewegungsabläufe erstellt wurden, wenn es denn wirklich so geschehen ist? Nun, "schön" ist das nicht, wenn einem nach spioniert wird, aber bedenken muss man auch dies; viele Internetportale bieten diesen Service für Jedermann an. So kann man z.B. das Handy seines Kindes, oder seines Partners für wenig Geld orten lassen. Mal ehrlich, hilft hier noch ein Verhaltenskodex, wie von Bundesinnenminister Dr. Schäuble gefordert? Wäre es nicht besser, hier endlich durchzugreifen? Warum muss jeder alles mögliche speichern, nur weil es möglich ist? Was will man mit dieser gigantischen Datenflut, und vor allem, welche völlig unnötigen Kosten entstehen überhaupt daraus? Früher konnte man schließlich auch keine Daten speichern. Ja, früher, da war alles anders....
Viele offene Fragen
Nein, hier geht es nicht um ein paar Leute, die unerlaubt Daten gespeichert, und womöglich weitergereicht haben. Hier geht es um einen Saustall voller Schweine, und dieser Stall muss dringend ausgemistet werden! Schließlich muss man sich auch fragen, welcher enorme wirtschaftliche Schaden dadurch verursacht wird. Es gilt unter Fachleuten wohl als sicher, das alleine aufgrund dieses Skandals viele Kunden der Telekom kündigen werden. Das sollte ich auch tun. Sie auch? Min. eine Frage bleibt offen; sollte man weiterhin der Telekom das Recht erteilen, Daten speichern zu dürfen, wo doch gerade dieses Unternehmen bewiesen hat, dass es offenbar damit nicht umgehen kann? Wäre es nicht besser, es würde eine andere Institution, eine unabhängige, übernehmen? Oder noch besser; lassen wir es doch gleich bleiben. Datenflut verursacht massenweise Kosten, die so auch eingespart werden können. Mal ehrlich; ist es wirklich so interessant, und/oder so wichtig herausfinden zu können, wer vor einigen Monaten mit wem telefoniert hat?







