Datenüberwachung
Datenüberwachung ohne Ende
23.06.2008 - von BMMH / Jürgen Blumenkamp. Die Datensammelwut geht um in deutschen Unternehmen und Institutionen. Datensammler sind überall - wir leben nun mal im Zeitalter der IT (Informationstechnologie)
Zu Hause, in der Öffentlichkeit, am Computer, in der Bank, S-Bahn....überall hinterlassen wir vielfältige Datenspuren. Gesammelt werden sie von Staat und Wirtschaft.....
Der moderne Mensch hinterlässt vielfältige Datenspuren. Diese Informationen wecken Begehrlichkeiten bei Staat und Wirtschaft. Der fiktive Tagesablauf eines unbescholtenen Durchschnittsbürgers wird im folgenden dargestellt, und zeigt Ihnen, wie weit die Überwachung heute schon reicht.
Aufstehen, früh morgens
Die Wohnung ist vermutlich noch unbeobachtet - sollte man jedenfalls meinen.... Das Telefon jedoch nicht, auch nicht das Handy. Jeder Anruf wird gespeichert. Im Nachhinein kann jederzeit z.B. vom Staatsanwalt angefordert werden, wer mit wem wann und was an Daten ausgetauscht hat. Und wehe sie sprechen bestimmte Schlagwörter, oder auch "Keywords" genannt aus, wie z.B. "Bombe", oder "Anschlag", oder ähnliches. Dann wird sofort Alarm geschlagen, Fachleute schalten sich in Sekunden dazu, und überprüfen, ob Sie es ernst meinen, oder ob es nur so "dahin gesagt" war. Vorsicht!
Etwas später
Auf dem Weg zur Arbeit, vielleicht auch in der Bahn, überall sind unterwegs Kameras. Keiner weiß genau, wie viele es überhaupt sind. Das sind z.T. öffentliche Kameras, die an Kriminalitätsschwerpunkten stehen, oder auch private, z.B. von Unternehmen, oder Tankstellen. Aktuell werden zwar noch keine brauchbaren biometrischen Erkennungsdaten verarbeitet, aber das kommt noch....
Gegen Mittag
Beim Einkauf im Supermarkt, oft mit der Kreditkarte. Vielleicht nehmen Sie an Bonuspunktsystemen teil. Klasse. Jetzt bekommen gleich Hunderte von Unternehmen die Information, das und vor allem was Sie eingekauft haben. Glückwunsch :-) Aus diesen Informationen lässt sich auch eine zielgerichtete Werbung generieren.
Beinahe Feierabend
Rückfahrt von der Arbeit. Hier und dort sind Kameras installiert, von der Polizei. Gesucht wird nach Gesetzesbrechern, dabei werden die Autokennzeichen mit Daten im Fahndungscomputer abgeglichen.
Gegen Abend
Evlt. noch mal zur Bank? Geld holen? Hoffentlich haben Sie keinen Stress mit der Steuerbehörde, sonnst wird die Finanzbehörde (Bank) ebenso wie die Sozialverwaltung oder auch die Justiz bei einem Verdacht heimlich abfragen, wie viele Konten, und mit welchen Guthaben die Bank auf Ihrem Namen führt. Glauben Sie nicht? Glauben Sie es ruhig.
Kurz vor zu Bett gehen
Vielleicht noch nach einem günstigen Urlaub im Internet suchen? Die Suchmaschine wirft tolle Angebote aus. Aber nicht nur das. Sie speichert Ihre IP Adresse für 18 Monate, und auch welche Suchbegriffe eingegeben wurden. Auch wenn Ihre IP Adresse sich täglich mehrfach ändert. Macht nix, jederzeit sind Sie zuzuordnen, glauben Sie es einfach, es ist so :-( Über das Suchverhalten verraten Sie unglaublich viel über sich.
Fazit
Sie denken; ich bin ein unbescholtener Bürger, und habe mir nichts vorzuwerfen? Nun, mag sein, und generell brauchen Sie vermutlich dann auch nichts befürchten. Aber ein paar Fragen bleiben doch; warum diese gigantische Überwachung? Und vor allem; wer blickt durch diese gigantische Datenflut überhaupt noch durch, und welche enormen Kosten verschluckt sie? Ist der Nutzen wirklich größer als der Aufwand? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Es gibt noch viele weitere Bereiche, wo wir "beschattet" werden. z.B. sind auf vielen Webseiten sog. Auswertungsprogramme installiert. Teilweise laufen diese auch sowieso auf dem Server des Webspaceanbieters, ohne das der Betreiber der Homepage dies verhindern kann. Hier fragt auch niemand danach, warum und wieso, und wofür diese Daten gesammelt und gespeichert werden.
Der Sinn solcher Auswertungen / Analysen besteht in erster Linie darin, die jeweilige Site zu optimieren, beispielsweise damit Werbung oder Online-Bestellvorgänge besser funktionieren und so mehr Geld abwerfen. Daneben könnte es für Anbieter wichtig sein, zu wissen, woher die Besucher kommen, welche Inhalte sie interessieren und wie sich die Site entwickelt. All das bieten div. Analyseprogramme. Freilich werden hier wie schon angedeutet auch Daten "mit geschnitten".
Es gibt keine Vorteile ohne Nachteile. Wer ein Auto fahren möchte, muss auch die Kosten für die Unterhaltung bezahlen. Und wer sich im Internet bewegt, muss auch damit rechnen, das ein Bewegungsprotokoll erstellt wird. Es fällt mir nicht ganz leicht, dies so deutlich zu sagen, aber ich denke, es muss sein; sie werden sowieso überall - wie oben beschrieben - beschattet. Oder anders gesagt; wer mit dem Auto über die Straße fährt, der wird auch gesehen. Jeder akzeptiert das. Wer im Internet über die "Straßen" fährt, wird also auch genauso "gesehen". Warum wird da so ein "Hermann" von gemacht ? Wir leben nun mal in einer modernen Zeit, da kann man doch die Dinge nicht mehr mit "früher" vergleichen.....oder doch? Ich weiß es nicht. Was ist richtig? Was ist falsch? Solche Fragen kann man oftmals - sicherlich auch in dieser Sache - erst nach Jahrzehnten der Erfahrung beantworten. Warten wir es also einfach ab.
Auch das sollte man bedenken
Es gibt immer wieder, und vor allem immer öfter Fälle, bei denen die Polizei genau aufgrund all dieser Daten Kriminellen auf die Spur gekommen ist, und diese so auch dingfest gemacht wurden. Das Ganze kann also durchaus auch Gutes mit sich bringen...







