Schau mich an
Schau mich an
20.08.2008, von Jürgen Blumenkamp. Die Generation "Schaumichan"
Privatleben im Internet: Datenschutzbeauftragter empfiehlt Zurückhaltung.
Vorsicht bei Sozialen (und anderen) Netzwerken. Was ist eigentlich ein (soziales) Netzwerk?
Noch alleine, oder schon vergeben? Hobby-Fußballer, Liebhaber von Hip-Hop-Musik. Oder gar auf der Party total abgesackt und im Gebüsch gelegen? Was ist das für ein Mensch, dieser Herr oder Frau x?
Wer solche und andere Dinge über andere Menschen erfahren möchte, muss diese längst nicht mehr persönlich kennen. Das Internet machts möglich. Viele Menschen wissen nicht mal, welche Informationen dort über einem selber schon zur Verfügung stehen. Und das Schlimmste; manchmal können solche Informationen nicht mal entfernt werden, z.B. dann nicht, wenn die Seite im Ausland ist.
Andererseits ist es auch so; eine Generation "Schaumichan" ist herangewachsen. Die haben einfach kein Problem damit, Ihre Identität der ganzen Welt preis zugeben - bis die Welt zurück schlägt, z.B. wenn man sich mal bewerben möchte bei einer Firma. Die Firmen machen sich nämlich u.a. auch im Internet über Bewerber schlau...... Personalchefs sind eben clever.
Aber nicht nur Personalchefs nutzen die komfortable, kostenlose und anonyme Möglichkeit, Informationen über Personen/Bewerber zu erlangen. Diese Informationen werden oft von den Personen selber in sog. sozialen Netzwerken im Internet eingetragen. Oft sogar mit dem echten Vor und Zunahmen, und nicht selten sogar mit einer Adresse und einem Bild, oder sogar mit einem Video - Youtube lässt grüßen. Aber nicht nur Youtube.
Was sind (soziale) Netzwerke?
Ein Netzwerk ist zunächst eine lose Verbindung/Verknüpfung verschiedener Komponenten oder Einheiten (z.B. Computer). Bei einem sozialen Netzwerk im Internet tun sich Menschen aus unterschiedlichen Branchen und Positionen zusammen, die sich auf einer bestimmten Ebene oder Plattform miteinander vernetzen/unterhalten um Informationen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.
Das Internet ist voll von Anbietern sozialer Netzwerke, zu den bekanntesten zählen u.a. facebook, myspace, linkedIn, studiVZ und besonders im deutschsprachigen Raum XING. Stayfriends ist ein weiteres Netzwerk, welches bei der Suche nach alten Schulfreunden hilft.
Je nach dem, auf welche Art Kontakte man es abgesehen hat, kann man sich (meist kostenlos) registrieren und ein Profil hinterlegen, anhand dessen andere Teilnehmer einen finden können. Weiter gibt es meist Foren und Gruppen, an denen man sich beteiligen, und Menschen mit ähnlichen Interessen kennen lernen kann.
Wo ist denn die Gefahr?
Leider verlangen viele solcher Netzwerke, das man sich mit seinem echten Namen und nicht etwa mit einem "Benutzernamen" anmelden soll. Wenn dann noch die Daten öffentlich einsehbar sind, kann die Katastrophe schnell kommen.
Diese sozialen (hier eher unsozialen) Netzwerke, die alles geben und zeigen wollen leben nach dem Motto; nur wenn wir hier alles zeigen, haben wir auch richtig Spaß. Manche Netzwerke schreiben bei der Anmeldung eines Neulings deutlich; damit dich später deine Freunde und Bekannte auch finden können, musst du deinen richtigen Namen angeben. Man muss natürlich nicht. Aber das muss man erstmal wissen.....und so schreiben viele immer noch Ihren richtigen Namen, und sind somit auch von anderen zu finden, die nicht nur an freundlichem Gedankenaustausch interessiert sind....
Deswegen mein Rat, und auch der Rat aller Datenschützer; seien Sie vorsichtig damit, allzu viele Daten von sich preis zugeben. Sie können in den Netzwerken in aller Regel durchaus einige private Daten preisgeben, auch Ihren richtigen Namen. Sie sollten aber die Einstellungen in Ihrem Profil gut überlegen und entsprechend vornehmen. Möchten Sie wirklich, das jede Suchmaschine Ihren Eintrag findet?
Ein Beispiel gefällig?
OsCommunity, auch ein Netzwerk, natürlich mit Anmeldung. Hier muss man auch sein Geburtsjahr angeben. Meine Tochter Vanessa ist zum Zeitpunkt der Anmeldung 9 Jahre alt. Das Netzwerk verlangt aber, dass man 14 Jahre alt sein soll....
Ich überwache die Anmeldung, und wir tragen das wahre Geburtsjahr an. Somit ist klar, das Vanessa noch keine 14 Jahre alt ist. Somit müsste dies das Ende sein....stattdessen werden 4 Fragen gestellt, der per Auswahlklicks (je 3 bis 4 Antworten) beantwortet werden können, z.B. "wie nennt man Frauen, die Ihr Leben im Kloster verbringen" Antwort; "Nonnen".
Die Sicherheit
Stand 2008; ich habe beobachtet, wie meine Tochter (wie gesagt 9 Jahre alt ) 2 von 4 Fragen von obigem Netzwerk falsch beantwortet hat. Dennoch kam die Meldung auf dem Schirm; "herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt dabei".....
....ja, herzlichen Glückwunsch. Da fragt man sich, warum in den AGB überhaupt drin steht, dass man min. 14 Jahre alt sein muss? Allerdings ist es nicht möglich, als Erwachsener - sofern man überhaupt sein korrektes Geburtsdatum angegeben hat - einen Minderjährigen / Minderjährigen zu schreiben. Das System verhindert das. Immerhin. Wenn der "Erwachsene" sich aber als Kind ausgibt, ist das sehr wohl möglich.
die großen sozialen Netzwerke...
Hier mal eine nicht vollständige Liste einiger großer sozialer Netzwerke;
www.stayfriends.de
www.123people.de
www.facebook.com
www.mister-wong.de
www.xing.com
www.studivz.net
www.schuelervz.net







