Chronik der mobilen Datenübertragung

mobile Datenübertragung.

2010 - JB/BMMH - Datenübertragung im allgemeinen ist für den "normalen" Bürger noch gar nicht so lange möglich. PCs wie wir sie heute kennen - der typische IBM kompatible PC mit Intel Prozessor - ist erst seit ca. 1981 auf dem Markt. Was war denn sonst technisch, bzw. an Informationen im Internet los, um 1980? Praktisch nichts! Das Internet wie wie es heute kennen, gibt es praktisch erst seit ca. dem Jahre 2000! Nochmals 10 Jahre zurück - 1990 - waren nur wenige tausend DE Webseiten im Netz. Heute - 2010 - sind es fast 15 Millionen. Hinzu kommen die vielen .COM, und weiteren Domains. Doch heute dreht sich fast alles um das mobile Internet. Im folgenden mal eine kurze Zusammenfassung der Technik von damals und heute.

Das allererste Mobilnetz: das A-Netz

Das A-Netz ist das erste Mobilfunknetz in Deutschland. Es wurde 1952 in Betrieb genommen, 1958 von der Deutschen Bundespost als "beweglicher Landfunkdienst" eingeführt, und war bis ca. 1977 in Betrieb. Es nutzte die Frequenzen von 156 MHz bis 174 MHz, bei Sendeleistungen von 10 Watt. Die Verbindungen wurden handvermittelt. Ein "wählen" der Nummer war (noch) nicht möglich!

Das B-Netz

Das B-Netz ist der Nachfolger, aber immer noch ein analoges Mobilfunknetz. Es erschien 1972 und wurde bis 1994 eingesetzt. Das B-Netz bot erstmals die Möglichkeit, "richtig" zu wählen. So konnte man aus dem Festnetz in das B-Netz durch eine Tel. Nr. anrufen, und auch aus dem B-Netz ein anderes B-Netz Telefon, aber freilich auch ein Festnetztelefon anrufen. Ab 1980 wurde die Anzahl der Sprechkanäle erweitert, und man sprach nun vom B2-Netz. Die max. Anzahl von Teilnehmern wurde 1986 mit 27.000 Teilnehmer erreicht. 1988 waren noch ca. 24.000 Teilnehmer vorhanden. Es wurden Frequenzen von 148,4 Mhz bis 162,9 Mhz benutzt. Die Leistung durfte bis zu 20 Watt betragen. Aktiv genutzt wurde dieses Netz von 1985 bis 1999. Im Dezember 2000 wurde das B-Netz "abgeschaltet".

Das C-Netz

Auch das C-Netz war noch immer ein analoges Mobilfunknetz. Es wurde von der damaligen DeTeMobil betrieben, die früher die Deutsche Bundespost / TELEKOM war. Das C-Netz wurde in 1984 eingeführt. Es wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch in Portugal und Südafrika eingesetzt. In vielen anderen Ländern wurden jedoch andere technische Protokolle verwendet, so das es keine Möglichkeit gab, ein Roaming (nutzen anderer Funknetze) zu betreiben. Das C-Netz konnte bis zu 800.000 Teilnehmer aufnehmen. Erstmals wurden bestehende Sprechverbindungen von einer Funkzelle auf die nächste übertragen. Jeder Teilnehmer war im gesamten Versorgungsbereich unter der Vorwahl 0161- gefolgt von der Teilnehmernummer, erreichbar. 1988 waren ca. 100.000 Teilnehmer in diesem Netz aktiv. Erstmals wurde eine Teilnehmeridentität eingeführt. Damit konnte jeder Nutzer seine Karte in jedem anderen Mobiltelefon nutzen, und wurde entsprechend korrekt identifiziert. Das war der Verläufer der heutigen SIM Karte der Mobiltelefone. Die Geräte nutzen Frequenzen von 451,3 Mhz bis 465,7 Mhz, bei einer Sendeleistung von bis zu 25 Watt.

D-Netz (D1-Netz)

Das D-Netz gibt es seit 1991, und ist volldigital. Es ist ein sog. "Mehrdienstfähiges" System (Übertragung von Sprache, Daten, Text...), welches nach dem GSM Standard arbeitet. GSM steht für Global System for Mobile Communications, und wird als Mobilfunk der zweiten Generation (2G) bezeichnet. Es handelt sich um einen sog. volldigitalen Mobilfunkstandart. Praktisch alle heutigen Mobilfunknetze (z.B. auch das E-Netz) arbeiten nach dem GSM Standard. Aktuell ist neben dem D1 Netz (T-Mobile) noch das D2 Netz (Vodafone und Mannesmann) in Betrieb. Das D-Netz ist das erste Netz, welches als "nahezu abhörsicher" beurteilt wird. Leider werden die Betreiber von der Bundesregierung (Deutschland) gezwungen, eine "Abhörschnittstelle" anzubieten, um so eine "Terrorbekämpfung" betreiben zu können!

D-Netz (D2-Netz)

Das D2-Netz hat praktisch die gleichen technischen Eigenschaften, wie das D1-Netz. Ca. um 1992 wurde das D2-Netz angekündigt, und war somit das erste (volldigitale) Mobilfunknetz eines privaten Anbieters. Das D-Netz verwendet Frequenzen im Bereich von 900 Mhz, bei Sendeleistungen von bis zu 2 Watt. Die Funkzellen können mit bis zu 50 Watt senden.

E-Netz

Dieses Netz wird auch als E1-Netz bezeichnet, und arbeitet ebenfalls wie das D-Netz nach dem GSM Standard. Es handelt sich praktisch um das sog. 3. volldigitale Mobilfunknetz. Erstmals 1994 ging E plus (Vebacom und Thyssen Telecom) ans Netz. 1997 folgte als zweiter E-Netzbetreiber (E2-Netz) die Viag Interkom (heute O2). Es werden Frequenzem um 1800 Mhz verwendet, bei Sendeleistungen (der Mobiltelefone) von bis zu 1 Watt. Die Sendeleistung der E-Netz Telefone ist (etwas) geringer als die der D-Netz Telefone, wobei sich keinesfalls eine geringere Reichweite oder zwangläufig eine schlechtere Sprachqualität ergibt.

Richtig flott unterwegs: UMTS

UMTS ist ein Mobilfunkstandard der sog. dritten Generation (3G). Mit UMTS können im Prinzip mit ganz normalen Handys, die dieses Übertragungsprotokoll unterstützen, Datenraten von bis zu 384 kbit/s erreicht werden. Nicht die Welt, aber auch nicht wirklich wenig. Mit HSDPA (siehe Lexikon, Link unten) können bis zu 7,2 MBit - das ist in etwa so viel wie ein flotter DSL 6000 Anschluss - erreicht werden. UMTS wird mit Frequenzen im Bereich von ca. 1900 Mhz eingesetzt, bei Sendeleistungen von in aller Regel unter 1 Watt pro Mobiltelefon. UMTS ist derzeit (Stand 2010) der modernste und schnellste mobile (Daten)Übertragungsstandard. Ende 2008 gab es weltweit bereits 300 Millionen aktive Nutzer von UMTS (Daten)Diensten.

Ergänzende Informationen

Versteigerung von UMTS Frequenzen